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Infos Blockbehandlung von Zwangsstörungen seit Oktober abrechenbar
13.11.2006 von Mindbreaker

Bisher konnten ‚Äď trotz eindeutiger Vorgaben der Psychotherapierichtlinien - Doppelsitzungen als Einzeltherapie nach den Legenden der entsprechenden EBM-Nummern nicht abgerechnet werden. Dies hat, sehr zum √Ąrger der Psychotherapeuten, einige KVen veranlasst, die Erstattung von Doppelsitzungen und in der Verhaltenstherapie auch von l√§ngeren Behandlungseinheiten kategorisch abzulehnen.

Die Psychotherapierichtlinien sehen die M√∂glichkeit vor, ‚Äěggf. einen Abschnitt der Psychotherapie in einer h√∂heren Wochenfrequenz durchzuf√ľhren, um eine gr√∂√üere Effektivit√§t der Therapie zu gew√§hrleisten.‚Äú (Psychotherapierichtlinien, Abschnitt B, II, 7.) Dies bezieht sich in der Verhaltenstherapie vorwiegend auf die sog. ‚ÄěKonfrontationsbehandlung‚Äú bzw. ‚ÄěReiz-Expositionsbehandlung‚Äú bei bestimmten Krankheitsbildern, vorwiegend bei Angst- und Zwangsst√∂rungen. Dieses Verfahren, das in einer mehr oder weniger abgestuften direkten Konfrontation mit der Angst oder Zwang ausl√∂senden situativen Bedingung besteht, ist inzwischen Standardbehandlungsmethode bei diesen St√∂rungen. Der neue EBM sah hier die fachlich nicht nachvollziehbare Beschr√§nkung auf einst√ľndige Behandlungseinheiten vor.

Nun hat der Bewertungsausschuss nach mehrfachen Abstimmungsrunden auf einen Vorschlag von Dieter Best den Fehler korrigiert und die M√∂glichkeit von Doppelsitzungen bei allen drei Richtlinienverfahren (tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, analytische Psychotherapie und Verhaltenstherapie) geschaffen. Dar√ľber hinaus k√∂nnen in der Verhaltenstherapie zuk√ľnftig auch 3- oder 4-st√ľndige Sitzungen abgerechnet werden ohne dass dies wie bisher jedes Mal im Einzelfall mit der Krankenkasse und der KV gekl√§rt werden muss.

S√§mtliche Legenden zu den Psychotherapiesitzungen im EBM-Kapitel 35.2 wurden so ge√§ndert, dass Sitzungen von 50 Minuten Dauer durch die Formulierung ‚Äěje vollendete 50 Minuten‚Äú zusammengef√ľgt werden k√∂nnen. Bei der tiefenpsychologisch fundierten und analytischen Psychotherapie bleiben die Sitzungseinheiten auf ‚Äěh√∂chstens 2x am Tag‚Äú begrenzt. Gruppentherapie kann zuk√ľnftig bei allen Verfahren bis zu 4 Stunden am Tag umfassen.

Zu beachten ist, dass die Abrechnung von Doppel- und Mehrfachsitzungen nach den Psychotherapievereinbarungen begr√ľndungspflichtig ist, wenn die Behandlung au√üerhalb der Praxis stattfindet (¬ß 11 Abs. 14). Dabei gen√ľgt ein Hinweis im Begr√ľndungsfeld des Antragsformulars PTV 2 und beim Gutachterverfahren zus√§tzlich im Bericht an den Gutachter.

In der GO√Ą/GOP dagegen bleibt es weiterhin bei der Beschr√§nkung auf 50-min√ľtige Einzelsitzungen. Wir hoffen, dass bei der geplanten Novellierung der GO√Ą die sinnvolle Regelung des EBM eingef√ľhrt wird.

Au√üerdem beschloss der Bewertungsausschuss die Einf√ľhrung einer Mindestzeit bei der Hypnose (mindestens 15 Min.). Bisher war hier, als einziger Leistung der √ľbenden und suggestiven Verfahren, keine Mindestzeit angegeben.

Die √Ąnderungen sind im Deutschen √Ąrzteblatt ver√∂ffentlicht. Sie treten am 01.10. in Kraft.

Quelle: www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de


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